Märchenhaft erfrischend
April 2009 | Meinung von Sylvia Rassler | Neue Artikel per Mail erhaltenEs war einmal auf einem deutschen Bauernhof ein Mann, der auszog um Bienen zu studieren. Tag ein, Tag aus beobachtete er sie und was er von ihnen lernte war: die Fermentation mit Mikroorganismen. Mit diesen Erkenntnissen zog er sich nun zurück in sein Wohnzimmer und ahmte diese nach. Und so, liebe Leser, erfand er die Bionade.
So oder so ähnlich hätte es auch anfangen können, das Video der Bionade-Familie. “Wie alles begann” heißt es und gibt uns einen Einblick in die kleine, feine und sehr bodenständige Welt des Bio-Erfrischungsgetränkes. In ihrem Unternehmensfilmchen berichten die Macher aufgeschlossen und offenherzig über die Entwicklung der Bionade, den steinigen Weg, der hinter ihnen liegt und Probleme die es zu bewältigen gilt, wenn man sich gegen Marktterroristen wie Coca Cola durchsetzen muss. Diese Anekdoten werden stets begleitet durch eine Hintergrundmelodie, die doch sehr stark an „Die Sendung mit der Maus“ erinnert. Klingt komisch, ist aber so. So auch folgender Satz in Bezug auf die voranschreitende Expansion des Unternehmens und deren Herausforderungen:
„Sie kriegen das Wissen auch gar nicht. Sie können sich Leute nicht leisten, die so was wissen. Sie wissen ja gar nicht, dass es Leute gibt, die so was wissen.“
Die Interviews brillieren durch ihre Einfachheit und auch der Mangel an Marketing-Fachvokabular wirkt durchaus erfrischend. Man bekommt den Eindruck, es handelt sich ausnahmsweise mal um „echte“ Menschen, die in diesem Corporate Video gezeigt werden und auch das Brauereigelände wird mit allen kleinen Mängeln und Baustellen gezeigt. Und selbst wenn der Putz nun ein bisschen bröckelt, der Charme des Ganzen wird dadurch nur verstärkt. Meine Damen und Herren: Ich habe das Gefühl, die Firma gibt es wirklich. Wirklich toll ist auch die filmische Inszenierung: das Video ist klasse aufbereitet mit den verschiedensten Perspektiven und Filmschnitten, die ein wenig an Serien wie „Stromberg“ oder „Der Kleine Mann“ erinnern. Zwischendurch entdeckt man hier und da auch die Historie, die noch immer in den Gemäuern der Privatbrauerei Peter im bayerischen Ostheim steckt, und damit ist nicht das Personal gemeint.
Alles in allem ist dies endlich mal nicht ein Video, bei dem sich alle Beteiligten stocksteif präsentieren oder versuchen ihren Text herunter zu rasseln, bevor der Teleprompter weiterläuft. Es zischt, prickelt und schmeckt eben. Wir sind gespannt, wie das Märchen „Die Bionade-Familie und die Brausebrauerei“ weitergehen wird.
Ähnliche Artikel (tag-basiert):
- Samsung mal ganz in viral
- Alles eine Frage der Perspektive
- „What sound can do“
- Kaffeeklatsch mit Mr Clooney II
- Kaffeeklatsch mit Mr Clooney


Video Lounge







