1812 statt 08/15
Dezember 2009 | Meinung von Anja Rettmann | Neue Artikel per Mail erhaltenKlingeltöne. In puncto Aufdringlichkeit hätte man vor einigen Jahren sicherlich niemals erwartet, welche Welle da noch auf uns zu geschwappt kommt. Von quietschigklingendem Katzenmiaue über den Aschenbrödel-Sound bis hin zu abgeschmackt-banalen “Geh an dein Handy ran!!” - wenn des Tischnachbarns Telefon klingelt, möchte man sich doch manchmal gern die Ohren abhacken ob der auditiven Unmelodien mit hohem Nervfaktor. Nicht anders ist es übrigens beim Fiepsignal anlässlich ankommender Textnachichten. Jenseits erträglicher Dezibel scheint mancher Sie-haben-Post-Piepser daherzukommen und die eigene Herzfrequenz in Wallung zu bringen.
Was also tun, um ein Statement in Richtung Handysound zu setzen? Richtig: die einzelnen Töne geballt auf seine Mitmenschen loslassen. So hat es zumindest Vodafone gemacht. Rausgekommen ist nicht nur eine Hommage ans mobile Endgerät mit seinen Akustikstraftaten, sondern auch eine an Tschaikowski. Um genauer zu sein, an seine Ouvertüre 1812. Ich muss zugeben, Idee, Umsetzung und Ergebnis sind wirklich nicht schlecht - allein die Vorstellung, bei der Filmproduktion dabei gewesen zu sein, grauselt einfach nur.
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