Loci delicti
Januar 2008 | Meinung von Joerg Petzold | Neue Artikel per Mail erhaltenWie sieht wohl eine Liste der Top-5 geeigneter und bedeutungsschwangerer Örtlichkeiten für Kampagnen aller Art aus? Hier mal ein Vorschlag:
1. Taxi in New York plus Fahrer indischer Abstammung
2. Kreißsaal
3. Englisches Landhaus mit Kamin und Landadel
4. unwegsames Off-Road-Gelände auf Lanzarote
5. Fahrstuhl im Bürokomplex von IT-Firma XY
Da haben wir’s. Warum sind Fahrstühle nur so interessant? Wegen des hermetischen Raums, den eine Person (im günstigsten Fall) für eine kurze Zeit für sich allein beanspruchen darf? Das würde der Beck’schen Individualisierungsthese hinreichend genügen und der Dame in Beispiel 1 ein Plädoyer für die morgendliche Sülzwurst mit Buttercreme sein. Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein.
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Dementsprechend auch Beispiel 2. Hier wirbt der Aufzugshersteller Vestner mit der Pragmatik des Moments:

Oder aber es ist, im gegenteiligen Fall, doch eher die unausgesprochene Faszination des Gemeinwesens, wenn sich 20 Leiber auf drei Quadratmetern aneinander reiben. Die Rottung des Menschen unter dem Stern des gemeinsamen Schicksals in den fünften Stock zu müssen. Wahrscheinlich sind es diese intimen U-Boot-mäßigen Sekunden, die allen Webern dieser Welt die virale Steilvorlage liefern. Lift me up.
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