La révolution
April 2008 | Meinung von Katrin Klaus | Neue Artikel per Mail erhalten
Eine verfallene, einsame Villa … tropische Luftfeuchte am späten Nachmittag … leise spielt eine Gitarre im Hintergrund … Koffer gleiten sanft auf den staubigen Boden … Fidel Castro ist angekommen. Neugierig und verwundert streift er durch das alte Gebäude. Er entdeckt Lenin abgekämpft und lustlos am Schreibtisch. Ein Ventilator treibt ihm die Schweißperlen von der Stirn. Ein Fernseher rauscht im Hintergrund.
Castro streift weiter, vorbei an Gandhi, der müde im Bett liegt und von einem Programm zum nächsten zappt. Gleich daneben sitzt Mao nüchtern in einem Stuhl, Boulevard-Zeitschriften lesend. Im nächsten Zimmer trifft Castro auf Eleonore Roosevelt und Dr. Martin Luther King, die ihrem Ruhestand trotzend gelangweilt Tischfussball spielen. Auf der Terrasse entdeckt Castro Karl Marx und Che Guevara. Ein Huhn pickt die letzten Körner von den Stufen. Einen Grashalm zwischen den Zähnen, setzt Che an: “It’s time for another revolution!” Harter Cut: Der neue Dacia Logan MCV, umringt von staunenden Menschen, steht mitten in der Fußgängerzone.
Die Revolution wird hier neu definiert. Die rumänische Tochterfirma von Renault, bekannt für ihren geringen Preis, führt damit eine andere Art des Umbruchs an. Dacia holt sie direkt auf die Straße, in die Innenstadt und in die Köpfe der Menschen. Die Hamburger Agentur Nordpol konzipierte den Werbespot für die Automarke. Die Produktion übernahm die Firma Markenfilm in Wedel. Ein mit einer Brise Wehmut versehenes Filmchen, was auf den kleinen Preis von 8.400 Euro für einen Kombi aufmerksam macht. Naja… hier geht’s jedenfalls zum Originalspot.


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