Die Macht der Möhre
Februar 2009 | Meinung von Doreen Foertsch | Neue Artikel per Mail erhaltenDagegen sein ist out - dafür sein ist in! Die Zeiten, in denen man gegen etwas demonstriert hat, sind vorbei, denn jetzt wird nicht mehr boykottiert, sondern “pro-kottiert”. Und das im Namen der Möhre mit dem Carrotmob, so heißt nämlich der neuste Aktivisten-Trend aus den USA. Die Idee dazu hatte Brent Schulkin. Er wollte einen Weg finden, etwas gegen die globale Erderwärmung zu tun, ohne dabei den Beigeschmack eines Boykotts zu haben.
Er machte sich also in seine Nachbarschaft in San Francisco auf, und bot 23 verschiedenen Schnapsläden an, die Kassen glühen zu lassen. Bedingung dafür war aber, dass der Laden etwas für die Umwelt tun muss. Das Rennen machte der K&D Market, der versprach 22% des eingenommen Geldes in energiesparendere Technik zu investieren und so weniger Energie zu verbraten. Als Belohnung kamen dafür tausende Carrotmobber und verdoppelten den Tagesumsatz auf über 9000$. Am ausgerufenen Tag kamen sogar mehr Carrotmob-Jünger als das kleine Lädchen handlen konnte.
Man muss also Unternehmen nur mit mehr Umsatz drohen und schon tut sich was beim Umweltschutz. Geholfen wird damit allen, denn nicht nur die Unternehmen machen mehr Kohle, sondern die Welt wird wieder ein Stückchen besser. Und dem Kunden ist es egal, wo er einkauft, also kann man sich auch organisieren und gemeinsam einen Laden stürmen. Willige Unternehmen können so neben dem Geldbeutel auch die Umwelt erfreuen und direkt mal ihr Ansehen aufpolieren. Ist das nicht schön - alle gewinnen, alle sind glücklich, eine wunderbare Welt.
In diesem Sinne: Love, Peace and Möhre!


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