Eine Frage der Perspektive …
Oktober 2009 | Meinung von Claudia Morgenstern | Neue Artikel per Mail erhalten… denn mit der richtigen Perspektive und kleinen Tricks kann sogar das schrecklichste Monster – sollte es mit einer Digi-Cam umzugehen wissen – richtig gut aussehen. Sogar so gut, um sich im Social Web zu präsentieren. Ich unterstelle Samsung an dieser Stelle einfach mal eine tiefe Symbolik, die im neuesten viralen Spot des Elektronikherstellers zum Tragen kommt. Und zwar für folgende Aussage: Social-Network-Aktivisten sind wahre (kulturästhetische) Monster.
Ehe jetzt bei dem ein oder anderen ob dieser ziemlich plumpen Generalisierung eine durch Schock hervorgerufene Schnapp-Atmung einsetzt – ich meinte das natürlich im übertragenen Sinne. Denn ich kenne Leute, die sich den ganzen Speicher ihrer Kamera mit Selbstporträts zuknallen, um dann unter 1000 Schüssen einen Volltreffer zu landen. Warum sie das tun? Um das bestmögliche Profilbild für ihren Facebook-, StudiVZ- oder sonstigen Netzwerk-Account herauszuholen. Dafür knipsen sie sich selbst aus allen Winkeln und Körperhaltungen, die der Fotoarm hergibt.
Ob sie das nun aus falscher Eitelkeit oder tatsächlichen Schönheitsmakeln tun, vermag ich hier nicht zu beurteilen. Jedoch trauen manche Leute es sich anscheinend einfach nicht zu, auch ohne Inszenierung auf Fotos gut auszusehen – und fühlen sich deswegen marginal monströs … oder so. Aber mit Samsungs neuem Frontdisplay und trickreichem Tutorial sparen all diese Kandidaten in Zukunft nicht nur Akkuleistung, sondern auch mindestens ein ganzes Drittel ihrer persönlichen Lebenszeit.
Der Spot ist von der Idee über die Dramaturgie bis hin zum überraschenden Social-Web-Ende ein gelungenes Stück Werbefilm. Daher ein ganz klares “Daumen hoch!”
(via Basic Thinking)
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