Poppen für den Wohlstand
Juni 2009 | Meinung von Claudia Morgenstern | Neue Artikel per Mail erhaltenDieser Spot bringt den Lauf der Dinge auf den finanziellen Punkt. Die kleine Origamiwelt verkörpert den Kern des Lebens auf eine Art, wie sie wenigstens 87,5 Prozent der Menschheit kennt und versteht. Man lernt sich kennen, geht eine Partnerschaft ein und reproduziert das mitgebrachte Gut. Ob Gene oder Knete ist ja erstmal zweitens. Nicht mit komplizierten Erklärungen über die Gesetze des Finanzmarktes weckt man das Interesse des gemeinen Volks, sondern mit knackigen, frivolen Summaries wie in dem vorliegenden Clip.
Eine „wert“volle Weisheit vermittelt der virale Spot zum Schluss auch noch: In der Finanzwelt ist Untreue positiv zu bewerten - zumindest bestimmte Formen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt, denn schließlich bedeuten verschiedene Märkte schlicht und einfach mehr Investmentmöglichkeiten. Und darum setzt die nimmersatte Banknoten-Schlam… äh Lady dem amerikanischen Abe Lincoln also die Hörner auf und bandelt mit dem chinesischen Mao an? Darüber sollte man mal nachdenken.
In jedem Fall ist diese einfallsreiche wie gewagte Metapher auf das Leben technisch genial umgesetzt und macht beim Anschauen richtig Spaß. Ein Hoch auf die Animationstechnologie!


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